Computerspiele — Fragwürdiger Artikel von den Zeugen Jehovas

Auch die Zeu­gen Jeho­vas haben sich auf ihrer Inter­net­seite zum all­ge­gen­wär­ti­gen Thema Com­pu­ter­spiele geäu­ßert. Der Arti­kel kann auf ihrer Inter­net­seite voll­stän­dig gele­sen werden.

Die­ser Arti­kel ist schon auf­grund der reli­giö­sen Belege mehr als frag­wür­dig. Der Autor zitiert Pas­sa­gen mit reli­giö­sem Hin­ter­grund und stellt diese als abso­lute Wahr­heit dar, die kei­nem Beweis bedarf. In der heu­ti­gen auf­ge­klär­ten Welt sollte sich jeder Mensch eher auf die eige­nen Sit­ten und Moral­vor­stel­lun­gen stüt­zen, als nach irgend­wel­chen dubio­sen Über­lie­fe­run­gen zu han­deln, die von einer Kir­che oder Sekte vor­ge­schrie­ben sind.

Des Wei­te­ren wer­den Beweise für Stu­dien her­an­ge­zo­gen, deren Bezug zum Thema unklar ist:

Wenn du dir ange­wöhnst, gewalt­tä­tige und unmo­ra­li­sche Com­pu­ter– oder Video­spiele zu spie­len, könn­test du dann als jemand gel­ten, der Cha­rak­ter hat? Stu­dien haben mehr­fach gezeigt, dass das Anse­hen gewalt­be­ton­ter Unter­hal­tung die Aggres­sion der Betrach­ter erhöht. Vor Kur­zem hieß es im New Sci­en­tist: „Durch ihre inter­ak­tive Funk­tion üben Video­spiele viel stär­ke­ren Ein­fluss aus als blo­ßes Fernsehen.“

Der New Sci­en­tist schreibt nur von einem stär­ke­ren Ein­fluss, nicht jedoch ob die­ser posi­tiv oder nega­tiv ist. Ein­deu­tige Stu­dien zu die­sem Thema gibt es bis jetzt keine. Es ist eine wider­wär­tige Mani­pu­la­tion des Lesers, die diese Sekte anschei­nend nötig um ihre zwei­fel­haf­ten aus­sa­gen unter das Volk zu mischen:

Wer sich für gewalt­be­tonte oder unmo­ra­li­sche Spiele ent­schei­det, gleicht jemand, der mit radio­ak­ti­vem Abfall spielt — die schlim­men Fol­gen tre­ten viel­leicht nicht sofort auf, sind aber unvermeidlich.

Der Autor spricht von unver­meind­li­chen Fol­gen, jedoch geht nicht genauer auf diese ein, und belegt seine Aus­sage in keins­ter Weise. Dar­aus folgt, dass es sich hier­bei wie­derum nur um eine wei­tere leere These handelt.

Die Psalme und Zitate, die der Autor nennt, haben alle sub­jek­tive Inhalte, die der Autor für den Leser inter­pre­tiert. Dem Leser wird die Chance genom­men seine eigene Ent­schei­dung zu tref­fen und muss die vor­ge­kau­ten Ent­schei­dun­gen akzep­tie­ren. Wo bitte ist bei die­ser Sekte die Chance selbst zu den­ken? Hier ein Beispiel:

„Macht die­ses Spiel es mir leich­ter oder schwe­rer, dem Gebot zu gehor­chen: ‚Flieht vor der Hure­rei‘?“ (1. Korinther 6:18). Spiele, durch die du dich auf sexu­ell sti­mu­lie­rende Bil­der oder Gesprä­che ein­lässt, hel­fen dir bestimmt nicht, dich auf gerechte, keu­sche und tugend­hafte Dinge zu konzentrieren

Ist es nicht jedem Men­schen selbst über­las­sen zu Ent­schei­den, ob Spiele mit sexu­el­len Inhal­ten ihn in irgend­ei­ner Weise beein­flus­sen? Selbst­ver­ständ­lich ist es das!     Da muss mir keine dubiose Sekte sagen, dass der Kon­sum die­ser Medien einen nega­ti­ven Ein­fluss auf mich habe.  Gerade der Grund­satz “So wie ich denke, so den­ken alle/müssen alle den­ken” ist sehr ego­is­tisch und hat feu­dale Züge, die eine moderne Gesell­schaft nicht unter­stüt­zen sollte. Doch muss wahr­schein­lich noch einige Zeit ver­ge­hen, bis auch die letz­ten Men­schen ver­stan­den haben, dass sie zum selbst­stän­di­gen Den­ken fähig sind. So erscheint der Arti­kel als reich­lich plat­ter Ver­such, mit­hilfe eines bri­san­ten, aktu­el­len The­mas Eigen­wer­bung zu betrei­ben — und schei­tert dabei gran­dios: Wie auch diverse unin­for­mierte, popu­lis­ti­sche Poli­ti­ker lässt die “Reli­gi­ons­ge­mein­schaft” deut­lich ihre anti­li­be­rale  Absicht dur­schei­nen, näm­lich die Bevor­mun­dung von erwach­se­nen Menschen.

Quelle

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