DotA ein Glücksspiel?

Glücks­spiele zeich­nen sich durch Zufall aus. Auch DotA ent­hält Ele­mente, die durch den Zufall bestimmt wer­den. Einige Bei­spiele sind das Erschei­nen der Runen, Crits und Skills eini­ger Hel­den (z.B. Mul­ti­cast etc…). Jetzt stellt sich die Frage, inwie­fern sich der Zufall auf das Spiel aus­wirkt. Auf den ers­ten Blick denkt man, dass es ein irre­le­van­ten Teil dar­stellt, weil es doch auf ganz andere Fähig­kei­ten des Spie­lers ankommt, doch bei genaue­rer Betrach­tung stellt sich her­aus, dass durch “Glück” enorm viele Situa­tio­nen ent­schie­den wer­den. Man gehe davon aus, dass der Oger Magier in einer Runde ab Level 6 nur Mul­ti­casts macht. Die Wahr­schein­lich­keit hier­für beträgt mit Aganims Zep­ter und geschätz­ten 100 Casts 0,4^100, also ~1.6*10^-40. Mal abge­se­hen von der Unwahr­schein­lich­keit die­ses Ereig­nis­ses besteht diese Mög­lich­keit, die kei­nes­falls außer Acht gelas­sen wer­den kann. Wenn die­ser Fall Ein­tritt wäre das Team enorm im Vor­teil. Ich ziehe an die­ser Stelle den Ver­gleich mit dem Glücks­spiel Poker. Bei die­sem Spiel spal­ten sich auch die Gemü­ter, ob es sich um ein Glücks­spiel han­delt oder nicht. In Poker und DotA sind dem Spie­ler die Wahr­schein­lich­kei­ten von bestimm­ten Ereig­nis­sen bekannt, so weiß der Poker­spie­ler mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit er gewin­nen oder ver­lie­ren kann. Der DotA-Spieler, der mit 300 HP dem Oger-Magier gegen­über steht, der nur 1HP hat, brauch den Oger-Magier nur ein­mal zu tref­fen um zu gewin­nen. Der Oger-Magier jedoch kann auf­grund der höhe­ren Reich­weite zuerst cas­ten, d.h. er gewinnt zu einer gewis­sen Wahr­schein­lich­keit, da nur der Multi-Cast aus­reicht um ihn zu töten. Wenn er kei­nen Mul­ti­cast cas­tet, ist der geg­ne­ri­sche Held in der Lage ihn zu töten. Ein wei­ters Bei­spiel sind die Rune-Spots. Die fol­gende Situa­tion fin­det kurz vor dem Erschei­nen der Rune statt: Ein Held(1) wird von einem ande­ren Helden(2) ver­folgt, der ihm eigent­lich, auf­grund des bes­se­ren spie­le­ri­schen Geschicks, über­le­gen ist. Doch wenn 1 durch Zufall eine Double-Damage Rune fin­det, durch die er in der Lage 2 zu besie­gen, ist es allein der Zufall, der ihm die­sen Vor­teil ver­schafft. Hätte er nur eine Illu­si­ons Rune gefun­den, so wäre er 2 unter­le­gen gewe­sen. Im Ver­gleich der Poker: Wenn 2 Spie­ler mit Pocket-Pairs, die nichts getrof­fen haben, hof­fen auf den River, einen Dril­ling zu machen, hängt der Sieg nur von einer Karte, in unserm Fall der Rune, ab.
Ich habe hier nur 2 Bei­spiele genannt. Ein Wei­te­res wäre der so genannte “Crit-Luck”, was eine unwahr­schein­lich hohe Anein­an­der­rei­hung von Crits bezeich­net.
Mei­ner Mei­nung nach, ent­hält DotA viele Ele­mente eines Glücks­spie­les, die durch­aus über Sieg oder Nie­der­lage ent­schei­den kön­nen. Alleine durch “Skill” kann man ein DotA nicht für sich ent­schei­den. Poker und DotA wei­sen nicht gerade wenige Par­al­le­len auf, weil man im Poker durch Erfah­rung und Fach­kennt­nis auch einen Vor­teil erlan­gen kann.

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